Nach dem Krieg bekam die Turnerei Konkurrenz mit einer neuen Sportart, dem Fußball. Während der Arbeiterturnerbund 1919 die erste Fußballmannschaft in Betzingen besaß, hatte ein Jahr darauf der Turnverein eine teilweise selbstständige Fußball-Abteilung, die von Carl Marx und Alfred Sauer geleitet wurde. Die Betzinger Fußballer, auch "Sportfreunde 1920 Betzingen" genannt, konnten sogar im Jahre 1932/33 die Zollernkreismeisterschaft erringen.
Die Fußballmanschaft des Turnvereins wurde 1932/33 Zollernkreismeister. V.l.: Rudolf Sauer, Oskar Stolz, Erhard Braun (Braun-Beck), Wilhelm Doster, Kurt Schneider, Alfred Nedele, Karl Braun, Willi Sauer (Wägner), Karl Grauer, Ernst Göhring, Willi Sattler (Hirsch-Wirt), Erich Koch, Alfred Walz.
Die weitere Sportart, Handball, ist in Betzingen ab 1930 betrieben worden. Sie wurde von dem Sohn des damaligen Vorstands Dr. Roth in Betzingen heimisch gemacht, allerdings ohne daß sie Bestand gehabt hätte. In beiden Vereinen (Turnverein und Arbeiterturnerbund) ist nach einigen Jahren das Handballspielen wieder aufgegeben worden.
Erst im Jahre 1915, nach der Eingemeindung von Betzingen 1907, hat die Stadt Reutlingen eine Turnhalle gebaut, die heutige Kemmlerhalle, und im Jahre 1927 ein groß Areal Im Auchtert für zwei Sportplätze zur Verfügung gestellt, die in Eigenarbeit von beiden Vereinen (Turnverein und Arbeiterturnerbund) als Turn- und Sportplatz hergerichtet worden sind.
Nach der Machtübernahme durch Hitler ist der Arbeiterturnerbund im Jahre 1933 aus politischen Gründen aufgelöst worden. Unter der umsichtigen Leitung von Ernst Walz, Vorstand 1930 - 45, hat der Turnverein das Clubhaus und die Schulden übernommen und allen Mitgliedern des aufgelösten Vereins die Aufnahme in den Turnverein unter der Wahrung ihrer Rechte angeboten. Fast alle Mitglieder des aufgelösten Vereins haben von diesem Angebot, wenn auch nicht sofot, Gebrauch gemacht und sind Mitglieder des Turnvereins geworden, sogar Oskar Kalbfell (Oberturnwart). Er war es, der das große Turnfest zum 50. Jubiläum im Juli 1939 gut organisiert hat.
Nur wenige Wochen später sind deutsche Truppen in Polen einmarschiert, der Zweite Weltkrieg hatte begonnen und den Sport in Betzingen wieder weit zurückgeworfen
|