Turnverein Betzingen (1889)
Die Gründung


Am 4.Februar 1889 wurde unter dem Vorsitz des Mechanikers Jakob Braun in der Gaststätte "Braunbeck" der Turnverein Betzingen gründet.

Die Gründungsmitglieder waren:
Fritz Grauer, Wilhelm Sauer, Karl Zotz, Gottlieb Sauer, Martin Sauer, Daniel Braun und Friedrich Kautt.
Zum ersten Vorstand wurde Georg Schickhardt gewählt.

Das Bild wurde anläßlich des 50jährigen Jubiläums fotografiert und zeigt sechs Gründungsmitglieder des Turnvereins Betzingen vor der Gaststätte "Braun-Beck", der Geburtsstätte des Vereins.

Die Turnidee wurde in Betzingen begeistert aufgenommen. Schon im ersten Jahr der Gründung hatte der Turnverein über 100 Mitglieder. Am Anfang des 20.Jahrhunderts, als Dr.Roth die Vorstandschaft übernommen hatte, waren schon über 250 Mitglieder im Turnverein aktiv. Auch die Frauen und Mädchen wollten den Männern nicht nachstehen und haben schon im Jahre 1905 die erste Damenriege gegründet.

Ein Jahr darauf gab es Konkurrenz. 1906 ist der zweite Turnverein in Betzingen gegründet worden, der Arbeiterturnerbund Betzingen. Er belebte die Turnerei, standen doch beide Vereine im Wettstreit, die besten Turner zu haben.

Dieser Wettstreit wurde jäh unterbrochen durch den Beginn des Ersten Weltkrieges im Jahre 1914. Der Turnbetrieb konnte nur noch eingeschränkt durchgeführt werden.

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Nach dem 1.Weltkrieg


Nach dem Krieg bekam die Turnerei Konkurrenz mit einer neuen Sportart, dem Fußball. Während der Arbeiterturnerbund 1919 die erste Fußballmannschaft in Betzingen besaß, hatte ein Jahr darauf der Turnverein eine teilweise selbstständige Fußball-Abteilung, die von Carl Marx und Alfred Sauer geleitet wurde. Die Betzinger Fußballer, auch "Sportfreunde 1920 Betzingen" genannt, konnten sogar im Jahre 1932/33 die Zollernkreismeisterschaft erringen.

Die Fußballmanschaft des Turnvereins wurde 1932/33 Zollernkreismeister. V.l.: Rudolf Sauer, Oskar Stolz, Erhard Braun (Braun-Beck), Wilhelm Doster, Kurt Schneider, Alfred Nedele, Karl Braun, Willi Sauer (Wägner), Karl Grauer, Ernst Göhring, Willi Sattler (Hirsch-Wirt), Erich Koch, Alfred Walz.

Die weitere Sportart, Handball, ist in Betzingen ab 1930 betrieben worden. Sie wurde von dem Sohn des damaligen Vorstands Dr. Roth in Betzingen heimisch gemacht, allerdings ohne daß sie Bestand gehabt hätte. In beiden Vereinen (Turnverein und Arbeiterturnerbund) ist nach einigen Jahren das Handballspielen wieder aufgegeben worden.

Erst im Jahre 1915, nach der Eingemeindung von Betzingen 1907, hat die Stadt Reutlingen eine Turnhalle gebaut, die heutige Kemmlerhalle, und im Jahre 1927 ein groß Areal Im Auchtert für zwei Sportplätze zur Verfügung gestellt, die in Eigenarbeit von beiden Vereinen (Turnverein und Arbeiterturnerbund) als Turn- und Sportplatz hergerichtet worden sind.

Nach der Machtübernahme durch Hitler ist der Arbeiterturnerbund im Jahre 1933 aus politischen Gründen aufgelöst worden.
Unter der umsichtigen Leitung von Ernst Walz, Vorstand 1930 - 45, hat der Turnverein das Clubhaus und die Schulden übernommen und allen Mitgliedern des aufgelösten Vereins die Aufnahme in den Turnverein unter der Wahrung ihrer Rechte angeboten. Fast alle Mitglieder des aufgelösten Vereins haben von diesem Angebot, wenn auch nicht sofot, Gebrauch gemacht und sind Mitglieder des Turnvereins geworden, sogar Oskar Kalbfell (Oberturnwart). Er war es, der das große Turnfest zum 50. Jubiläum im Juli 1939 gut organisiert hat.

Nur wenige Wochen später sind deutsche Truppen in Polen einmarschiert, der Zweite Weltkrieg hatte begonnen und den Sport in Betzingen wieder weit zurückgeworfen

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Nach dem 2.Weltkrieg


Nach Kriegsende war das Clubhaus des Turnvereins durch Artilleriebeschuß der französischen Armee beim Einmarsch schwer beschädigt, die Sportplätze verwüstet und das Turnen durch Anordnung der Siegermächte verboten.

Als im Jahre 1950 die Alliierten-Gesetze aufgehoben wurde und das Turnen wieder erlaubt war, meldeten die alten Vereine, der Turnverein und der Arbeiterturnerbund, ihre Rechte am Clubhaus und an den Sportplätzen wieder an.
Es kam zu mehreren Gesprächen und Versammlungen.

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Geschichte in tabellarischer Form


4.2.1889Gründung des Turnverein Betzingen im Wirthaus "Braunbeck"
1905Gründung der ersten Damenriege
1915Die Stadt Reutlingen baut eine Turnhalle, die heutige Kemmlerhalle.
1920Gründung einer selbständigen Fußball-Abteilung unter dem Namen "Sportfreunde 1920 Betzingen"
1928Stadtverwaltung Reutlingen weist beiden Betzinger Vereinen (Turnverein und Arbeiterturnerbund) ein Gelände im Gewand Auchert zu, mit der Auflage, die Spielfelder in Eigenarbeit zu errichten.
1932/33"Sportfreunde 1920 Betzingen" erringen die Zollernkreismeisterschaft.
1933Turnverein übernimmt das Clubhaus und die Schulden des aufgelösten Arbeiterturnerbund Betzingen. Allen Mitgliedern des aufgelösten Vereins wird die Aufnahme in den Turnverein unter der Wahrung ihrer Rechte angeboten.
Jul 39Großes Turnfest zum 50. Jubiläum.
1945Nach Kriegsende wurde das Turnen durch die Siegermächte verboten.
1950Die Alliierten-Gesetze werden aufgehoben und der Turnverein meldet seine Rechte am Clubhaus und an den Sportplätzen an.
22.04.1950Fusion der drei Vereine (Turnverein, Arbeiterturnerbund und Sportfreunde 1946 Betzingen) zum TSV Betzingen e.V.

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